Fischereiverein Datteln e.V. 1901
  Wir über uns
 


Wir über uns

Irgendwo in einer Dattelner Gaststädte trafen sich Männer und beschließen die Gründung unseres Fischereivereins. Das Gründungsjahr ist bekannt – 1901. Unterlagen aus dieser Zeit sollen leider dem Feuer des 2. Weltkrieges zum Opfer gefallen sein. In den Zeitungsarchiven und im Stadtarchiv ist diesbezüglich nichts zu finden. Somit bleiben die Anfangsjahre unseres Vereins wahrscheinlich für immer im Dunkeln.

1961 hat der damalige 1. Vorsitzende und spätere Ehrenvorsitzende Karl-Heinz Krüger Informationen älterer Mitglieder zusammengetragen und in einer Vereinschronik überführt.

So ist bekannt, dass die Erlaubniskarten anfangs von einem Landgendarmen ausgegeben worden sind. Einige Jahre später wurden die Erlaubniskarten in einem Dattelner Textilgeschäft ausgehändigt. Jedoch bekam man nur eine Angelkarte, wenn man dort auch seinen Textilbedarf deckte. Angelgewässer war ein 7,5 km langer Abschnitt des 1899 erbauten Dortmund-Ems-Kanals.

1922 hatte der Verein 40 Mitglieder. Karl Brüggenhoff hieß der Vorsitzende. Der Fischbestand jener Zeit soll ausgesprochen gut gewesen sein. Tagesfänge von 30-50 Pfund Fisch waren nichts außergewöhnliches. Karpfen von 31 und Hechte bis 25 Pfund sind überliefert. 1928 hatte der Verein 61 Mitglieder.

1932 übernahm der Sportsfreund Edmund Ziesing den Vorsitz. Ab 1935 lässt sich das Vereinsgeschehen besser beschreiben. Von dort gibt es ein Protokoll. Hier wird der Höttingsteich von der Stadt Datteln gepachtet. Fischbesatz und Fischaufzucht sowie anschließender Verkauf brachten Geld in die Vereinskasse.

Am 9. März 1945 wurde Datteln schwer bombardiert. Die Kanäle liefen aus. An Angeln war lange nicht zu denken.

Erst im Sommer 1946 füllte man die Kanäle wieder mit Rheinwasser und somit waren auch die Fische wieder da. Im Sommer 1946 wurde auch der langjährige Vorsitzende Edmund Ziesing aus dem Verein ausgeschlossen. Seine große Nähe zu den Nationalsozialisten ist ihm vorgeworfen worden. Später wurde Ziesing rehabilitiert.

Otto Neumann wurde 1946 Vorsitzender des Vereins. 1948 wurden 2,4 t Fisch gefangen.

Unser heutiges dienstältestes Vereinsmitglied ist Fritz Kapella. Er ist seit dem 1.1.1949 (als 14jähriger) Mitglied. Bei seiner Vereinsaufnahme gab es tumultartige Szenen in der Versammlung. „Wir sind doch kein Kindergarten“ war die Meinung einiger Vereinskollegen. Doch die Zeit der „Betonköpfe“ lief ab. Fritz Kapella wurde in den Verein mehrheitlich aufgenommen. Heute ist er Ehrenmitglied. Nach Kaiserzeit, Weimacher Republik und Nazidiktatur musste Demokratie erst gelernt werden.

1951 wurden 1,6 t Fisch gefangen. Der Verein hatte damals 90 Mitglieder. Die 50-Jahrfeier fand im Vereinslokal „Zumbrink“ statt.

1954 Eintragung ins Vereinsregister. Mitgliederstand 153.

1955 wurde Alfred Streit Vorsitzender. Die ersten Zeitungsausschnitte sind aus dem Jahr 1958 überliefert.

Am 15.05.1960 übernimmt Karl-Heinz Krüger den Vereinsvorsitz. Der damals 29jährige Krüger galt als Kompromisslösung. Er war nicht einmal ein Jahr Vereinsmitglied. In einer Kampfabstimmung zwischen den „Betonköpfen“ und den gemäßigten Vereinsmitgliedern setzte sich Krüger mehrheitlich durch. Seine Gegner schlossen Wetten ab, dass Krüger binnen eines Jahres den Vorsitz niederlegen würde. Doch weit gefehlt. Karl-Heinz Krüger ordnete den Verein. Sämtliche Vorhaben wurden von den Mitgliedern demokratisch abgesegnet. Viele der „Betonköpfe“ wurden in einer Aktion aus dem Verein ausgeschlossen. Es kehrte Ruhe ins Vereinsleben ein. Krüger wandte sich der Zukunft des Vereins zu.

Seine Ideen prägen bis in die heutige Zeit das Vereinsgeschehen. So erfand er das Königsangeln mit der
Königskette. Er ließ eine Vereinschronik zusammentragen, der wir alle bekannten Informationen unserer Vereinsgeschichte verdanken. Damenkaffeetrinken, Königsfeier, die Gründung und Förderung einer Jugendgruppe und die Einführung einer Nikolausfeier mit Bescherung für die Kinder der Vereinsmitglieder waren sein Verdienst. 1967 gründete er eine Vereinsfreundschaft mit dem ASV Oer-Erkenschwick, die sich 2017 zum 50igsten Male jährt. 1970 gab Karl-Heinz Krüger den Vorsitz ab. Er wurde zum Ehrenvorsitzenden gewählt und verstarb 85jährig im November 2015.

Am 20.12.1970 übernahm Franz Duschek den Vereinsvorsitz. 24 Jahre, bis zu seinem Tod im Dezember 1994, leitete er den Verein. In seiner Amtszeit hatte der Verein, im Jahre 1983 mit 638 Mitgliedern die höchste Mitgliederanzahl. Es war die Hochzeit des Hobbyangelns. Durch das nährstoffreiche Kanal- und Lippewasser wurden in den 80iger und 90iger Jahren Massenfänge an Rotaugen und Brassen alltäglich. Mit der Einführung des Kohlefasermaterials beim Rutenbau und neuer Angelmethoden wurde das Angeln zum Volkssport. Auf überregionalen Vereinsveranstaltungen waren Dattelner Angler erfolgreich. So wurden 1985 die Ehrenmitglieder Fritz Kapella, Peter Lahm und der verstorbene Alfred Wichmann Deutsche Meister im Mannschaftsmeeresfischen. Kreismeister-, Bezirksmeister- und Verbandsmeistertitel einiger Mitglieder kamen dazu. Auch der Jugendbereich war diesbezüglich erfolgreich.

Aber es war auch die Zeit der Konflikte. Beginnend Mitte der 80iger Jahre gab es in der BRD im Tierschutz einige Veränderungen, die sich nachhaltig auf die Hobbyangelei auswirkten. Während in ganz Europa bis heute überregionale Angelveranstaltungen gewollt, gefördert und durchgeführt werden, sind diese Veranstaltungen in Deutschland problematisch und stehen je nach Durchführungsart mit Gesetzen in Konflikt. Die langjährige Rechtsunsicherheit hat zur Reduzierung der Mitgliederzahlen, auch in unserem Verein geführt. Nach dem Tod von Franz Duschek war die Nachfolge monatelang offen. Es gab niemanden im Verein, der die Verantwortung übernehmen wollte. Auf der JHV im November 1995 erklärte sich seine Witwe, Lieselotte Duschek bereit, das Vermächtnis ihres Mannes weiterzuführen. Lieselotte Duschek leitete 6 Jahre den Verein bis sie 73jährig den Vorsitz niederlegte. In ihrer Amtszeit fiel das 100jährige Vereinsjubiläum. Der Verein hatte 2001 noch 404 Mitglieder. 

Auf der JHV im November 2001 wurde der 37jährige Ralf Kositzki in einer Kampfabstimmung mit großer Mehrheit zum Vorsitzenden gewählt. Noch heute leitet er den Verein.

Seine Philosophie stützt sich auf zwei Säulen. Zum einen findet ein attraktives Vereinsleben statt. Hier sind Angelveranstaltungen wie das Osterangeln, Koppel(team)angeln und Weihnachtskoppelangeln zu den traditionellen Veranstaltungen hinzugekommen. Aber auch die Weiterbildung in Seminarform zu den Themen Fliegenfischen, Meeresangeln und Raubfischangeln gehören dazu. Diese Seminare werden von hochmotivierten Vereinsmitgliedern, aber auch von externen Experten durchgeführt. Organisierte Meeresfahrten auf Dorsch, Makrele und Hering bereichern das Vereinsprogramm. Neue Gewässer kennen lernen, dafür gibt es Vereinsausflüge an den Edersee, an die Ruhr, an die Lippe und anderen Gewässern.

Die zweite Säule ist der Natur-, Tier-, Umwelt- und Artenschutz. Dazu gehören die Ausbildung zur Fischereiprüfung, sowie besondere Förderung der Jugendgruppe, das Bekanntmachen unseres Hobbys bei Ferienspaßaktionen der Stadt, sowie Müllaufräumaktionen an unseren Gewässern. Übernahme einer Patenschaft für den städtischen Höttingsparkteich, Unterstützung für den Landesfischereiverband, z. B. Elektrofischen im DEK bei Henrichenburg für ein  Aalforschungsprojekt (abwanderungsfähige Aale werden mit Sendern ausgerüstet), das Fangen von Fischen für Laboruntersuchungen, oder intensives Hegefischen auf invasive Fischarten, wie die sich explosivartig vermehrenden Grundeln, gehören ebenfalls dazu.

Der Mitgliederstand beträgt zur Zeit 527 Mitglieder und wir freuen uns über jedes neue Mitglied.


 
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